Groß- und Klein-Freienstein

Rittergüter Dimkuhlen und Schmenzin

Diese beiden, als Vorwerke der Rittergüter Dimkuhlen und Schmenzin bezeichneten Wohnplätze, gehörten der bekannten Alt-Pommerschen Adelsfamilie von Kleist. Der Dichter Heinrich von Kleist war eines ihrer auch heute noch bekannten Mitglieder.

Heute liegen diese Ortschaften in Polen. Bei ihrer Entstehung waren sie Teil des preußischen Königreiches. Dzięciołowo (deutsch Dimkuhlen) ist eine Ortschaft in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie gehört zur Gemeinde Tychowo (Groß Tychow) im Kreis Białogard (Belgard). Dzięciołowo liegt 36 Kilometer südöstlich von Białogard und 17 Kilometer südöstlich von Tychowo in einer waldreichen Landschaft.

Bis zum Jahre 1928 war Dimkuhlen ein Gutsbezirk, der dann mit dem Gutsbezirk Schmenzin zur Gemeinde Schmenzin vereinigt wurde. Vor 1945 gehörte der Ort zum Amts- und Standesamtsbezirk Schmenzin im Landkreis Belgard (Persante).

Schmenzin ist ein altkleistsches Lehn-Rittergut und Kirchdorf, 30 Kilometer südöstlich von Belgard gelegen. Die Schmenziner Gemarkung bestand früher aus einem wüsten, undurchdringlichen Urwald. Durch Rodungen innerhalb dieses Urwaldes, deren genauer Beginn zeitlich nicht nachweisbar ist, entstanden nach und nach die für eine Besiedlung nötigen Freiflächen.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatten sich auf den gerodeten Flächen bereits einige Siedlerfamilien niedergelassen. Unter anderem wird zuerst von einem Kossätenhof Reimer Kleist berichtet. Ausgang des 17. Jahrhunderts rodeten die damaligen lehnstragenden Familien Kleist und Versen weitere Waldflächen und besiedelten die so gewonnenen Ländereien mit tüchtigen, arbeitswilligen Leuten, die selbst wiederum zu weiteren Rodungen verpflichtet wurden. Diese Ansiedlungen wurden zunächst Feldgüter, später Buschpächtereien genannt, weil sie „im Busch“, das heißt im Walde lagen und den Anbauern wahrscheinlich mit einer Reihe von Freijahren auf Zeitpacht überlassen wurden. Diese Buschpächtereien wurden auch als Vorwerke bezeichnet. Im Jahre 1733 wurde die Familie von Kleist alleiniger Eigentümer; sie setzte die Rodung und Urbarmachung des wilden Waldes bis zum Jahr 1866 fort. Jede Buschpächterei erhielt sogleich nach ihrer Anlage einen Namen, von denen die nachfolgenden in vier Epochen urkundlich nachweisbar sind.

Im Jahre 1780 bestanden:
Friedrichshof, Freienstein, Hammelschäferei, Kalkberg, Vierhof oder Kahlberg, Hoheberg, Hinterster Buschkaten, Großer und Kleiner Dammkaten, Lindenhof, Brahmkaten und Kosankenhof;

ab 1816 kamen hinzu:
Adrianshof, Beckhof, Büchhof, Groß- und Klein Eichhof, Grünhof, Kranichsbruch, Kröpelhof, Lübbenhof, Sauerhof, Steinkaten und Die Ziegelei;

1846 wurden zusätzlich ausgewiesen:
Klein Büchhof, Dammhof, Klein Freienstein und Hüttenhof;

Bis 1866 kamen hinzu:
die Buschpächtereien Glashütte, Heinrichshof, Johannishof, Karlshof, Pophalskaten und Wangenberg.

Einschließlich dieser verstreut liegenden Wohnplätze wies der Gutsbezirk Schmenzin Mitte des 19. Jahrhunderts neben dem Herrenhaus noch ein Schulhaus, 46 Wohnhäuser, vier Fabrikgebäude, 82 Wirtschaftsgebäude und die stattliche Einwohnerzahl von 544 Personen auf. In den folgenden Jahrzehnten sind offensichtlich viele Buschpächtereien wieder verschwunden, denn 1932 werden neben dem Gut nur noch die zehn Wohnplätze Dammhof, Düppel, Geitberg, Großfreienstein, Hopfenberg, Hüttenhof, Lindenhof, Posthaus, Forsthaus Schmenzin, Wilhelmshöhe und Ziegelei genannt.

Letzter Eigentümer von Schmenzin war Ewald von Kleist, Mitglied der „Bekennenden Kirche“ und der Widerstandsbewegung gegen Hitler. Nach dem misslungenen Attentat am 20. Juli 1944 wurde auch Ewald von Kleist verhaftet und im April 1945, nur wenige Tage vor Kriegsende, in Berlin durch den Strang hingerichtet.


Quellen:

Wikipedia: Wikipedia: Dzięciołowo (deutsch Dimkuhlen)

Webseite: www.belgard.org : Der Kreis Belgard - Schivelbein in Pommern, Schmenzin / Smecino.

Webseite: www.v-kleist.com : Materialzusammenstellung zu den früheren Gütern der Familie v. Kleist.

Güter-Adressbuch für die Provinz Pommern, 1911.  

Ausschnitt aus der Karte des Deutschen Reiches Nr. 126, Bublitz, Aufnahme von 1879. Beinhaltet Schmenzin, Dimkuhlen sowie Groß- und Klein-Freienstein (östlich von Dimkuhlen).