Podhradínad Dyjí in Tschechien - davor Frejštejn 

Das tschechische Podhradí nad Dyjí hieß bis 1949 Frejštejn (deutsch Freistein). Die Gemeinde liegt im Okres Znojmo (Bezirk Znaim) in Südmähren, am Fluss Thaya, nahe der Grenze zu Österreich. Den Namen Freistein erhielt sie von der nahegelegenen Burg.

Frejštejn ist die Ruine einer gotischen Burg auf einem Felssporn über der Mündung des Größingbaches in die Thaya. Frejštejn gehört zu den ältesten Adelsburgen Mährens. Sie wurde vor Mitte des 13. Jahrhunderts im Vöttauer Kastellansgebiet von den Nachkommen des Herrn Wernhard vom benachbarten Thürnau gegründet, der das hiesige Grenzgebiet als Geschenk vom mährischen Markgrafen Vladislav Heinrich erhalten hatte. Ulrich Liber (der Freie) und sein Sohn Gaytmar wurden im Jahr 1251 als Zeugen auf einer Urkunde genannt. Auf einer jüngeren Dublette dieser Urkunde wird Gaytmar schon mit dem Zusatz Vreyensteyn geschrieben.

Die Burg, die nur den höchstgelegenen Teil des Felssporns besetzte, war sehr klein. Der Mauerring umschloss im Südwesten den bescheidenen Palas und im Osten einen rundtürmigen Bergfried. Ähnlich wie beim benachbarten Thürnau wurde auch Freistein nach dem Fall von Ottokar II. Přemysl zum Räubernest. Man kann nicht sagen, ob Ulrich Frei von Freistein, der im Jahr 1286 auf einer anderen Urkunde von Geras erwähnt wird, der Auslöser dieser Räubzüge war. Jedenfalls griff im selben Jahr der österreichische Herzog Albrecht I. mit Einverständnis des jungen Königs Wenzel II. gegen Freistein ein. Die Burg wurde erobert, niedergerissen und laut Vereinbarung wahrscheinlich dem böhmischen König, dem mährischen Landesfürsten übergeben.

Die schriftlichen Quellen zur Burg sind nach dem Jahr 1286 sehr spärlich. Das erhaltene Mauerwerk beweist jedoch selbst, dass Freistein noch unter Wenzel II. zu Ende des 13. Jahrhunderts um eine geräumige untere Burg erweitert wurde, die durch eine hohe Burgmauer mit einem neuen Eingangstor begrenzt war. Davor wurde ein tiefer Halsgraben mit einer langen Holzbrücke errichtet.

Die Wohnkapazität der Burg wurde zuerst durch den Zubau des alten Palas auf der oberen Burg erweitert. Als sich zeigte, dass dies nicht genug war, entstand im nördlichen Teil der unteren Burg ein repräsentativer dreistöckiger Palas mit angeschlossener Kapelle der Hl. Katharina, die erstmals im Jahr 1347 erwähnt wird. Im gesamten 14. Jahrhundert wurde die Burg durch landesfürstliche Burggrafen verwaltet. Im Jahr 1331 wird Konrad von Vöttau erwähnt, im Jahr 1354 dann Peter Hecht von Rossitz, der auch das benachbarte Frain verwaltete.

Während der Markgrafenkriege zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert bemächtigte sich Niklas Pillung von St. Gilgenberg unberechtigt der Burg. Nach dessen Tod (1406) drohte der Markgraf Jobst Margaret Pillung, der Gattin des Drosendorfer Hauptmannes Konrad II. von Kraigk, dass sie Freistein zurückgeben müsse.

Die Burg wurde danach gepfändet, was in den Jahren 1413 und 1417 von Jobsts Nachfolger König Wenzel IV. bestätigt wurde. Die Besitzer waren anscheinend Ulrich von Kunstadt und Lexen und der Burggraf Przibik von Wodlochowitz. Deren Raubzüge in Österreich konnten aber nicht unbestraft bleiben. Daher bemächtigte sich im Auftrag des Königs Sigismund Leopold Kraiger von Kraigk, Hauptmann von Budweis, der Burg. Er machte sich später auch um die Abwehr des nördlichen Niederösterreichs und der Znaimer Gegend vor den Hussiteninvasionen verdient.

Im Jahr 1422 wurde ihm die Burg vom König als Erbpfand zugeschrieben. Leopold ließ Freistein mit einem Zwingerring und prismatischen Basteien befestigen, und da er keinen männlichen Erben hatte, vermachte er die Burg seinem jüngeren Bruder Johann Kraiger von Kraigk.

Dieser verpflichtete sich zwar nach dem Tod des Königs und Markgrafen Albrecht im Januar 1440, den Landfrieden einzuhalten. Ein paar Monate später wurde er jedoch von den mährischen Landständen als Schadenmacher bezeichnet, seine Burg Freistein sollte ausgelöst und zerstört werden. Wir wissen nicht, ob es wirklich so passierte. Die Tatsache, dass Johann Kraiger bis zum Jahr 1447 auf der Burg erwähnt wird, widerspricht dem genauso wie die fortlaufenden Bautätigkeiten (neue Basteien an der Außenseite der hohen Ringmauer der unteren Burg).

Auf Grund eines Familienvertrags aus dem Jahr 1454 wurden Freistein und weitere Herrschaften in Böhmen (Landstein und Neu Bistritz) sowie in Mähren (Sitzgras) an Johanns Neffen Wolfgang vererbt. Im Jahr 1458 unterstützte dieser den neuen böhmischen König Georg von Podiebrad und folgte ihm zur Unterstützung des Kaisers in den heimatlichen Krieg in Österreich.

Ein weiterer Krieg, wenn auch von geringerem Ausmaß, spielte sich in direkter Nachbarschaft Freisteins ab. Hynek Bitovsky von Lichtenburg, Feind des Königs Georg von Podiebrad, wurde von diesem im Jahr 1465 durch die Konfiszierung seiner Zornsteiner Herrschaft bestraft. Wolfgang Kraiger wurde für seine Hilfe, die er König Georg geleistet hatte, mit der Burg Zornstein belohnt.

Im Jahr 1468 folgte ein Krieg im Grenzgebiet gegen Matthias Corvinus, den König von Ungarn. Die Burg Freistein muss in dieser unruhigen Zeit Zielscheibe eines zerstörenden Angriffs geworden sein, über dessen Verlauf keine Informationen vorliegen. Ein schriftlicher Beleg aus dem Jahr 1487 spricht aber schon von der „zerstörten Burg Fraunštyn“.

Wolfgang Kraigers Söhne Leopold II. und Heinrich konzentrierten sich Ende des 15. Jahrhunderts auf die Modernisierung Zornsteins und den Bau einer Feste in Ungarschitz, welche bald die Zentren des neuen Kraiger Herrschaftsgebiets wurden. Die Burg Freistein wurde nie wieder aufgebaut, im Gegensatz zum Dorf unterhalb der Burg, das bald darauf das Marktrecht erhielt.

Quellen

Burgen und Schlösser des österreichisch-mährischen Thayatals

Jiří Kacetl – Petr Lazárek – David Molík

Jihomoravské muzeum ve Znojmě p.o., Přemyslovců 8, 669 45 Znojmo CZ, 2013

Seiten 35–37

Ansichtskarte Freistein/Podhradí nad Dyjí vom 21.08.1905.Südmährisches Heimatmuseum Thayaland, Inventarnummer SF_F1090.