Freiensteinau
Freiensteinau ist eine Gemeinde im mittelhessischen Vogelsbergkreis, etwa 20 km südwestlich von Fulda gelegen. Das namensgebende Freiensteinau ist hier der größte von 11 Ortsteilen, mit ca. 890 Einwohnern.
Erste Erwähnung fand Freiensteinau als "Steinaha", als der Erzbischof von Mainz im Jahr 860 die Grenzen der Kirche zu Salmünster feststellen ließ. Der Name wechselte im Laufe der Zeit. In einer Wildbannurkunde Kaiser Heinrichs 4. vom 1. Dezember 1059 wird es als "Wostunsteinaha" (Wüstensteinau) genannt. Das weist darauf hin, dass die Siedlung zeitweise aufgegeben worden war. Im Jahr 1267 taucht zum ersten Mal der Name "Vrigenstina" (Freiensteinau) auf, als ein Freiensteinauer Geistlicher namens Albertus Zeuge ist, wie Eckhard von Bleichenbach 1267 sein Dorf "Flaskenbach" dem St. Andreaskloster zu Fulda für 40 Denare verkauft.
Freiensteinau ist der Ort, dessen Einwohner durch den Abt von Fulda von Hörigendienstenbefreit und mit der Schankfreiheit ausgestattet worden waren. Freiensteinau gehörte seit 1428 zum Herrschaftsgebiet der Freiherren Riedesel zu Eisenbach.
Der Name "Freiensteinau" rührt daher, dass es hier freie Fuldische Mannen und RiedeselscheUntertanen gab. Die Fuldischen Mannen waren von jeglichen Frondiensten befreit, mussten dem Abt nur Kriegsfolge leisten und ihn bei Besuchen in Freiensteinau bewirten.
Eine andere Freiheit bestand in der Schankfreiheit. Ein Weistum von 1452 sagt aus:
Sie wieseten auch, daß jedermann von da komt und 4 Wochen da gewohnet hat und gibt ein Lymaß Haberns (Hafer) und einen Pfennig daß er mag schengken (Schankrecht hatte)und darumb heißt es Freiensteinau.
Die Naxburg
Etwa 5 km nördlich von Freiensteinau liegt der Naxberg mit 554 m. Dort befinden sich die Reste einer Burg. Diese hatte jedoch keine Bedeutung für die Namensgebung der Ortschaft Freiensteinau und führte auch keinen entsprechenden Namen.
Die „Nackesberg“ (auch Naxburg) wurde um das Jahr 1290 von Berthold II. von Lißberg, und Simon von Schlitz genannt von Blankenwald zur Überwachung der Handelsstraße von Frankfurt nach Erfurt erbaut.
Die Abtei Fulda erhob Besitzansprüche auf den Berg und die Burg. Die Erbauer gaben diesen jedoch nicht nach und trugen sie dem Pfalzgrafen bei Rhein mit den Gerichten Freiensteinauund Moos zu Lehen auf. Während der folgenden Auseinandersetzungen wurde die Burg vermutlich durch die Abtei Fulda zerstört und lag um 1338 bereits in Trümmern. Später kam die Ruine in den Besitz des Adelsgeschlechts von Eisenbach und über diese, 1428 in den Besitz der Freiherren von Riedesel. Die Burg wurde jedoch nicht wieder aufgebaut.
Die Ruine wurde im Laufe der Jahre von den Bauern aus Ober-Moos und Gunzenau, heute Ortsteile von Freiensteinau, abgefahren und zum Wohnungsbau verwendet.
Heute ist von der Naxburg nur noch eine Vertiefung mit zwei bis drei treppenstufen-ähnlichen Basaltsteinen in unwegsamem Laubwald zu sehen. Lage und Verlauf ehemaliger Wälle lassen sich allenfalls erahnen.
Quellen:
Wikipedia: Freiensteinau, Die Naxburg
Webseite: www.blaueseck.de , Texte aus der Chronik von Peter Hofmann
Webseite: www.lagis.hessen.de , Naxburg