Matheus Maler – Amtmann auf Freienstein (etwa 1613 - 1622)

Die Informationen stammen aus dem Buch „Die Familie Maler im Großherzogthum Baden -von Wilhelm Maler 1864 - Eine Familienchronik“, Seiten 9 und 10.

Matheus Maler (Sohn des Stadtschreibers von Wimpfen, Nicolaus Maler verst. 1603). Laut einer in Wimpfen vorhandenen Notiz in den Ratsprotokollen, soll Maler zusammen mit dem Grafen Ludwig zu Erbach, zwischen 1610 und 1620 nach Erbach übersiedelt sein. Dort sollte er das Amt des Stadtschreibersubstitut (Vertreter) übernehmen.

Der Verfasser dieser Chronik hatte offenbar Kontakt mit dem Archivrat Christian Kehrer in Erbach aufgenommen. Dieser schrieb ihm im April 1859 zur obigen Recherche, dass Matheus Maler durch den Grafen Ludwig zum Amtmann auf Schloss Freienstein ernannt worden war. (Von Christian Kehrer stammen übrigens die schönen Zeichnungen in unserem Freienstein-Buch auf den Seiten 48 – 51).

Wörtlich aus dem Buchtext:

„Es wurde ihm zugleich von diesem Grafen auch eine Pension von 32 fl. Geld und 8 Malter Korn und seinem Weibe nach dem Tode desselben etliche Malter Früchte zugesichert. Nach weiter erhaltenen Notizen hat Matheus Maler nebst mehreren anderen Beamten am 1. Dezember 1620 auch eine Stiftungsurkunde für eine lateinische Schule in Erbach mit unterzeichnet und 20 fl. beigesteuert und soll, als am 2. Mai 1622 das Schloß Freyensteinausgeplündert, das Amtslokal mit ihm nach Benfelden im Elsas¹, (liegt ungefähr 6 Stunden oberhalb Straßburg, gegenüber von Dinglingen und Lahr) verlegt worden sein.“

1) In Johann Philipp Wilhelm Lucks „Versuch einer Reformations- und Kirchengeschichte der Grafschaft Erbach und Herrschaft Breuberg“ aus dem Jahre 1772 werden alle Spender namentlich und mit ihrer Spende für die besagte Lateinschule 1620 genannt. Hier ist auf Seite 197 unter der Rubrik „weltliche Bediente“ auch der „Matthes Maler, Amtmann uf Freyenstein“ mit einer Spende von 20 Gulden eingetragen.

2) Wir können davon ausgehen, dass das Amt Freienstein damals nicht nach Benfelden im Elsass, sondern in das nahegelegene Beerfelden verlegt worden war. Hier irrte der Autor der Familienchronik sicher mangels Ortskenntnis.

Weiter wird berichtet, dass sich in der Friedhofskapelle in Erbach ein hölzernes Denkmal befinden soll, welches Matheus Maler zum Tode seiner Tochter errichten ließ. Auf diesem soll sich ein damals noch erkennbares Wappen befunden haben, das möglicherweise das Familienwappen der Familie Maler darstellen könnte.


Eine weitere Erwähnung von Matheus Maler als Freiensteiner Amtmann

Walter Dondorf hat im Jahrbuch gelurt 1996 über die Gemarkungsgrenze von Gammelsbach berichtet. Dabei erwähnte er eine Schrift „Stadt Gemarkung (Eberbach) und Beforschung derselben 15.04.1613.“

Hier der kurze Text: „Ohne Entfernung werden Frießen Häuslein genannt, wo manUnterimbiss gehalten und den Amtmann von Freienstein Mathis Malern getroffen hat.“

Somit ist dessen Amtsführung auch schon ab diesem Jahr belegt.

Mit Dank an Dr. Johann Heinrich Kumpf aus Berlin, für seinen Hinweis zum Eintrag bei Lucks Reformations- und Kirchengeschichte.

Michael Schmitt



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